Liberalism and Incest [German]

Translated by Br. Marcel Krass.

Schaut man sich mal die Kommentare in den sozialen Netzwerken an, sieht man das übliche liberale Gerede in einer Endlosschleife.

„Das sind zwei erwachsene Menschen im gegenseitigen Einvernehmen!“
„Sie lieben sich halt, alles andere ist unwichtig!“
„Die Tatsache, dass es für uns vielleicht abstoßend ist, macht es noch lange nicht unmoralisch, geschweige denn illegal!“
„Sie schaden doch niemandem damit!“

Hier müssen wir mal kurz anhalten und nachhaken: Warum ist dieses „niemandem anderes Schaden“ überhaupt eine Voraussetzung für eine moralisch akzeptierte Handlung? Was ist so schlimm daran, anderen zu schaden? Vielleicht fühlen wir uns schlecht bei dem Gedanken daran. Vielleicht finden wir es sogar abstoßend. Vielleicht werden wir auch wütend. Aber all das macht es ja noch nicht moralisch verwerflich.

In der Ethik gibt es eine Theorie der Moral namens Emotivismus. Laut dieser Theorie sind unsere moralischen Werturteile nichts weiter als Ausdruck unserer Emotionen. Wenn wir sagen: „X ist falsch“, heißt das am Ende einfach nur, dass wir sagen: „Bei X habe ich ein schlechtes Gefühl.“

Gefühle sind natürlich eine subjektive Angelegenheit. Unterschiedliche Menschen werden unterschiedliche Gefühle bezüglich X haben. Daher begeht jeder, der eine Behauptung à la „X ist falsch“ aufstellt – und diese auch noch für objektiv richtig und universal gültig hält – einen logischen Fehlschluss. Nur weil ich z.B. keine Kokosnüsse mag, heißt das ja nicht, dass Kokosnuss Essen falsch ist.

Es gibt ganz offensichtlich eine Menge Schwierigkeiten mit diesem Emotivismus. Aber es ist immer wieder interessant zu beobachten, wie liberale Geister ihn für ihre Zwecke – und dabei höchst selektiv – benutzen.

Bei Wertvorstellungen, die nicht ihrem Weltbild entsprechen, kommt sofort die Emotivismus-Keule: „Inzest ist doch nicht falsch, nur weil du ein komisches Gefühl dabei hast.“ Bei Wertvorstellungen, denen sie zustimmen, fällt der Emotivismus stillschweigend unter den Tisch: „Anderen Schaden zufügen ist der Gipfel der Unmoral. So etwas muss gesetzlich verhindert werden.“

Die Frage ist: Warum wird diese Argumentation nur manchmal angewandt? Warum liegt die Grenze überhaupt bei „Schaden zufügen“ (was an sich nur vage definiert ist und auch nicht immer konsequent angewandt wird, wie ich an anderer Stelle erwähnt habe)?

Wenn man von dem Liberalen eine Erklärung fordert, warum anderen Schaden zufügen moralisch verwerflich ist, zwingt man ihn auf die meta-ethische – quasi überirdische – Ebene, für die sie ja die Gottgläubigen so gerne attackieren.

Entweder sie beharren stur darauf, dass das halt „einfach so ist“, oder sie schlucken die bittere Pille, dass es so etwas wie Moral gar nicht gibt und geben sich dann mit einer Form des Nihilismus zufrieden.

Man könnte darauf noch weiter eingehen, aber es reicht schon, einem Liberalen das Geständnis zu entlocken, dass er in Wahrheit ein Nihilist ist. Das allein kann schon der entscheidende Durchbruch in der Diskussion mit ihm sein.

So wird das ganze zu einem Schachspiel mit liberalen Humanisten. Führ ihnen ihre himmelschreiende, inkonsequente Argumentation vor Augen und das Schachmatt ist in Reichweite.

Here is my recent post on liberalism and sexual ethics as it pertains to incest translated into German by Br. Marcel…

Posted by Daniel Haqiqatjou on Wednesday, August 10, 2016

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